In Heidelberg viel verlorenKapitän Wägner erleidet Sprunggelenksverletzung - 83:75 nach Verlängerung HERZOGENAURACH (sh) – Das hatten sich die „Shorthorns“ sicher anders vorgestellt. Beim Spiel in Heidelberg hätten die TSH-Basketballerinnen den Klassenerhalt in der 2. DBBL so gut wie klar machen können, doch wiedermal kam es anders: die Damen um ihren Coach Christian Braun verloren in Heidelberg nicht nur das Spiel mit 83:75 nach Verlängerung, sondern auch noch ihren Kapitän Kerstin Wägner und den direkten Vergleich gegen einen Abstiegskonkurrenten.
Arg viel schlimmer hätte es an diesem Sonntag für die „Shorthorns“ nicht laufen können. Eigentlich war man frohen Mutes angereist, noch einmal vor dem Weggang von Annika Lohneiß und nach der Verpflichtung von Johnette Walker angesichts der Verletztenmisere sogar mal in einer Art Bestbesetzung antreten zu können. Doch schon im ersten Viertel kam der erste bittere Rückschlag, als Kapitän Wägner - der schlichtweg der Dreh- und Angelpunkt des Herzogenauracher Spiels ist - mit dem Fuß umknickte. Sie probierte es anschließend zwar noch einmal, musste aber im zweiten Viertel einsehen, dass es einfach nicht mehr geht. Nach gerade einmal zehn gespielten Minuten war für die TSH-Topscorerin das Spiel vorbei. Nichtsdestotrotz sah es zur Halbzeitpause eigentlich noch ganz gut aus für die Braun-Schützlinge. Das erste Viertel gewannen die Herzogenauracherinnen mit 24:17, das zweite verloren sie knapp 9:7. Dementsprechend gingen die „Shorthorns“ mit einer 31:26-Führung zur Halbzeitpause in die Kabine. Doch nach dem Seitenwechsel sollte Heidelberg so richtig aufdrehen, der USC spielte jetzt äußerst aggressiv und die TSHlerinnen ließen sich regelrecht den Schneid abkaufen. Mit 30:18 entschieden die Gastgeberinnen diesen Spielabschnitt für sich und führten vor dem letzten Viertel bereits mit 56:49. Doch dann hatte Heidelberg das Spiel wohl schon auf die leichte Schulter genommen und der Trainer fing an zu Wechseln. Dies nutzten die „Shorthorns“, um noch einmal zur Aufholjagd zu blasen und verkürzten in der dritten Minute des letzten Viertels auf einen Punkt (55:56). In der 7. Minuten glichen die Herzogenauracherinnen zum ersten Mal zum 61:61 aus und konnten beim 65:65 Zwischenstand kurz vor Schluss auch noch den letzten USC-Angriff abwehren: Verlängerung. In den folgenden fünf Minuten präsentierten sich die Aurachstädterinnen genauso schwach wie auch schon im dritten Viertel und die Heidelbergerinnen zogen davon. Da die „Shorthorns“ das Hinspiel mit fünf Punkten Differenz gewonnen hatten, sollte jetzt wenigstens der direkte Vergleich in Herzogenaurach bleiben. Heidelberg traf nun äußerst schwach von der Freiwurflinie, aber auch die TSH brachte im Angriff nichts mehr zustande, sodass die Gastgeberinnen letztlich ihren Sieg mit acht Punkten Vorsprung bejubeln konnten. Bei noch sechs ausstehenden Partien ist zwar noch alles offen, aber jetzt ist für die Herzogenauracherinnen jedes Spiel ein Endspiel, zumal die Mannschaften aus dem Tabellenkeller jetzt noch einmal so richtig aufdrehen. Keltern gewinnt dank seiner Neuverpflichtung gegen Spitzenteam Speyer, Germering verliert erst nach Verlängerung gegen Tabellenführer Viernheim und Heidelberg hat jetzt auch noch den direkten Vergleich mit Herzogenaurach für sich entschieden. Ausschlaggebend für die TSH wird dabei sein, wie schwer sich Wägner am Sonntag am Sprunggelenk verletzt hat und wie lange sie pausieren muss. Definitiv ab sofort nicht mehr dabei sein wird Annika Lohneiß, die für rund eineinhalb Jahre nach Australien gehen wird, um dort ihren Master zu machen. „Annnika hat sich in dieser Saison sehr verdient gemacht und wird uns definitiv sehr fehlen“, so Trainer Braun, der seine Defensivspezialistin nur sehr ungern ziehen lässt. Aber auch Lohneiß fällt der Abschied von ihrem Team äußerst schwer: „Natürlich würde ich die Saison gerne zu Ende spielen und obwohl ich mich total auf Australien freue, fühlt es sich schon ein bisschen so an, als würd ich mein Team im Stich lassen. Ich werde mit Sicherheit von da drüben mitfiebern und die Daumen drücken - zum Glück gibt’s ja Internet.“ Doch Lohneiß ist sich sicher, dass ihr Team den Klassenerhalt auch ohne sie schaffen wird, „und vielleicht ist ja noch der ein oder andere Sieg gegen ein Team über uns drin. Dass es möglich ist, haben wir ja schon in knappen Spielen gezeigt.“ Auch in Australien wird die Bambergerin wieder ihre Basketballschuhe schnüren und wird dort voraussichtlich ebenfalls in der zweiten Liga spielen. „Ich komme da jetzt perfekt zum Start der Saisonvorbereitung an und hoffe, dass ich mich gleich gut ins Team integrieren kann. Ich freu mich auf jeden Fall auf die neue Herausforderung und hoffe, dass ich basketballerisch dort nochmal einen Schritt nach vorne machen kann – auch wenn mein Studium natürlich Priorität hat.“ Die Turnerschaft Herzogenaurach und die „Shorthorns“ wünschen ihr dabei natürlich alles Gute. TSH: Fischer 8, Gromotka 2, Hartz 5, Klisanic, Wägner 2, A. Pfister 13, Lohneiß 6, M. Pfister 19/2 Dreier, Walker 20, Heinz. |