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Frohlocken bei den Longhorns

Kein Kommentar 📁 Longhorns 🕔30.März 2014
Frohlocken bei den Longhorns

„Hosianna, es wurde verdammt noch mal Zeit, endlich wieder ein Spiel zu gewinnen. Dass das ausgerechnet im Klassiker gegen Treuchtlingen gelingt, ist natürlich umso schöner.“ So der diesmal als Spielertrainer auflaufende Peter Simon.

Aber was war denn eigentlich geschehen? Die stark dezimierten 1.Regionalliga Basketballer der TSH, die ohne das Centertrio Monty Rogers, Ali Awarke und Toni Donhauser auskommen mussten, fuhren eigentlich aussichtslos zum Tabellendritten, der aus dem Vollen schöpfen konnte und keiner der Anwesenden circa 650 Zuschauer als auch beide Mannschaften hätten nicht einen Pfifferling auf die Aurachstädter gegeben. Doch diese zeigten, was eine Mannschaft mit Herz, Leidenschaft und absoluter Spielfreude so alles bewirken kann.

Denn obwohl sie fast das komplette Spiel im Rückstand lagen, ließen sie sich nie abschütteln, drehten das Spiel am Ende zu ihren Gunsten und reüssierten schließlich denkbar knapp mit 79:76. Damit firmieren die Mannen aus der Aurachstadt weiter auf dem sechsten Tabellenplatz und haben nun 13:11 – Siege auf dem Konto, während die Treuchtlinger jetzt 15:9 – Siege in der Bilanz aufweisen und auf dem fünften Tabellenplatz rangieren.

Die Longhorns erwischten einen guten Start und kamen durch den akrobatisch agierenden Markus Person zu Punkten, indem dieser sich schlangengleich durch die gegnerischen Reihen durchwand. Die Gastgeber hielten aber auch gut dagegen und kamen durch den Kampfkoloss Volker Lang, der 16 Punkte erzielte, zum Erfolg. Nach fünf Minuten stand es dann 10:10. Fortan verloren die Herzogenauracher aber etwas den Rhythmus in der Offensive und die Treuchtlinger konnten sich durch den wie wild anstürmenden Tim Eisenberger (15 Punkte) auf 18:13 absetzen. Der 1,95 Meter große Eisenberger schnappte sich meist hinten den Rebound, nahm dann Tempo auf, durchbrach mit Höchstgeschwindigkeit die erste Verteidigungsreihe der Longhorns und vollendete dann meist gegen gleich mehrere Kontrahenten.

Das zweite Viertel war nun wieder ausgeglichener. Der alles überragende Derwisch Mike Kaiser, der stolze 32 Punkte und 12 Rebounds auflegte, hielt die Seinigen durch Fast-Break-Basketball vom Feinsten im Spiel und schloss bei seinen blitzschnellen Zügen zum Korb traumwandlerisch sicher ab. Die Treuchtlinger trafen jetzt allerdings besser aus der Dreipunktdistanz, allen voran der starke Peter Maischak (24) und dieser brachte die Treuchtlinger bis zur Pause auf 37:28 in Front.

Die allgemeine Meinung in der Halle war nun, dass das Spiel jetzt zu einer einzigen Siegesfeier für die Treuchtlinger werden würde. Aber die Longhorns dachten nicht im Traum daran, das Schlachtvieh zu geben und legten einen Husarenritt vom aller Feinsten hin. Sie explodierten förmlich aus der Kabine heraus und binnen zwei Minuten war der Rückstand egalisiert. Julian Patton, Christian Imberi und Benni Aumeier sorgten für die Punkte und hinten hielten Peter Simon und Adrian Dlugosch den eigenen Korb frei von jedweden Scoringversuchen ihrer Kontrahenten. (37:38) Doch Treuchtlingens Trainer nahm nun eine Auszeit und brachte die Seinigen wieder mit dem Kopf aufs Spielfeld, welcher ihrem Spiel zuvor etwas gefehlt hatte und so schlugen diese mächtig zurück. Sie spielten eine extrem aggressive Defense und die TSH musste die Gastgeber bis zur Viertelpause auf 61:52 davonziehen lassen.

Aber die Longhorns ließen sich vom erneuten Rückschlag nicht frustrieren, sondern kamen umso stärker ins vierte Viertel. Mike Kaiser zeigte jetzt seine Extraklasse und ließ sich auch von harten Fouls und mehreren Gegenspieler nicht von der Lust am Punkten abbringen. Dazu fasste sich Markus Person noch mal ein Herz und warf seine 75 Kilo Lebendgewicht ins Spiel, eroberte sich etliche Offensivrebounds und transformierte diese in Zählbares. Der deutlich massivere Adrian Dlugosch tat es ihm gleich und fünf Minuten vor Schluss waren die Herzogenauracher dann auf 67:62 dran. Plötzlich passierte Erstaunliches. Bei den Treuchtlingern ging absolut gar nichts mehr zusammen, Benno Schüpferling netzte hingegen einen weiten Zweier, Julian Patton schusserte einen Korbleger rein und Mike Kaiser machte einfach mit dem weiter, was er schon das ganze Spiel machte, nämlich Punkte. Und so glichen die Aurachstädter zwei Minuten vor Spielende aus, machten dann aber gleich weiter und setzten sich bis 1:15 Minute vor Schluss auf 77:72 ab. Die Treuchtlinger versuchten durch schnelle Dreipunktwürfe noch mal das Spiel zu drehen und hatten eine Sekunde vor Schluss sogar noch mal die Chance zum 79:79 auszugleichen, verwarfen aber und die TSHler lagen sich überglücklich und total erschöpft in den Armen, sangen, stießen Jubelschreie aus und feierten den schlussendlich verdienten Erfolg.

„Solch ein Spiel habe ich selten erlebt. In diesem Hexenkessel und gegen eine topmotivierte Mannschaft anzutreten, selbst stark dezimiert zu sein und trotzdem zu gewinnen – Unglaublich. Das spricht für unsere Mannschaft, die trotz der zuletzt harten Zeit zusammengehalten und sich nicht aufgegeben hat. Das Spiel wurde von beiden Seiten extrem hart geführt, aber jeder von uns hat seinen Teil beigesteuert und ich glaube, dass wir mit all den heute entstandenen blauen Flecken eine ganze Hauswand anmalen könnten.“ So Longhorns Co-Trainer Frederik Simon, der diesmal hauptsächlich das Coaching übernahm, da Peter Simon als Spielertrainer agierte.

Punkteverteilung: Kaiser 32, Buniatian, Schüpferling 2, P. Simon 1, Person 14, Patton 10, Aumeier 2, Imberi 8, Dlugosch 11.

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