Günstige Gelegenheit gegen Gotha nicht genutzt

Günstige Gelegenheit gegen Gotha nicht genutzt

Kein Kommentar 📁 Longhorns 🕔08.Januar 2018
Günstige Gelegenheit gegen Gotha nicht genutzt

1. Basketball-Regionalliga: Thüringer kommen ohne Topstar Kullamäe, doch bei den Longhorns fallen die letzten Würfe nicht – 07.01.2018 14:41 Uhr

Kaum ein Durchkommen unter dem Korb: Hier wird Patrick Horstmann (links) vom Gothaer Riesen Andreas Kassiumis hart bedrängt.

Kaum ein Durchkommen unter dem Korb: Hier wird Patrick Horstmann (links) vom Gothaer Riesen Andreas Kassiumis hart bedrängt.© Foto: Helmut Hollfelder

 

Zum einen: Gotha ist nicht nur Kullamäe. Der reiste am Samstag mit dem Erstligateam nach Bremerhaven und kam dort keine Sekunde zum Einsatz. Gotha ist auch Robert Anthony Franklin: Mit nur 1,96 Metern schnappte sich dieser Spieler, dessen Position man zumindest beim Spiel in der Herzogenauracher Gymnasiumshalle gar nicht genau definieren konnte, sage und schreibe 24 Rebounds – zusätzlich zu 27 Punkte, die er markierte.

Mit diesem Tausendsassa kamen die TSH-Basketballer überhaupt nicht zurecht. Denn schoss er im einen Moment noch von der Dreierlinie, stand er Sekunden später schon wieder unterm Korb und krallte sich so manchen Ball, den die Verteidiger schon sicher in ihren Händen wähnten.

Gäste top unterm Korb

Mit 48:31 gewannen die Gothaer das Reboundduell recht deutlich. Und wer die Bretter dominiert, gewinnt meist auch das Spiel. Gerade, wenn es die Mannschaft ist, die bis auf zwei Ausnahmen (Franklin und der eher schwerfällige Andreas Kassiumis) längenmäßig und physisch deutlich unterlegen ist. Das deutet auf viel Herz und Disziplin hin.

Nicht, dass letztere Tugenden den Longhorns komplett abgingen, aber insgesamt hatte der Tabellenvierte der 1. Regionalliga einen viel klareren und strukturierten Matchplan. Jeder Spieler hatte eine klar definierte Rolle (bis auf Franklin, der einfach überall war), keiner überschätzte seine Fähigkeiten. Und am Ende eines Angriffs landete der Ball meistens beim am besten positionierten Mitspieler. Defensiv rackerten die Youngsters aus Gotha ohnehin aufopferungsvoll.

Dabei sah es anfangs nach einer äußerst lösbaren Aufgabe für die Longhorns aus. Nicht nur wegen der 21:9-Führung, sondern auch wegen der Leichtigkeit, mit der die Kugel durch die Reihen lief. Individuell schien man in den meisten Duellen überlegen zu sein, und nachdem anfangs fast jeder Wurf sein Ziel fand, dachten sich die rund 200 Zuschauer, das könnte so weitergehen.

Das tat es aber nicht, denn einige Umstände passten dann auf Dauer doch nicht: Neben der miserablen Reboundarbeit gab es defensiv noch einige Aussetzer, weil Spieler ihren Mann aus den Augen verloren oder nach des Gegners Wurf einfach abschalteten. So kam der Gast bis zum Ende des ersten Viertels noch auf 20:24 heran.

Dachte man da noch, dies sei ein Zwischentief, auch weil Trainer Benedikt Aumeier in dieser Phase schon etwas mehr gewechselt hatte, wurde man nach der ersten Pause eines Besseren belehrt. Da ging minutenlang gar nichts, vorne wurde wild gezockt, anstatt als Team zu agieren. Schnell gerieten die Longhorns in Rückstand, die Rockets hoben zur 43:36-Halbzeitführung ab.

Auch im dritten Durchgang änderte sich trotz einer zwischenzeitlichen Aufholjagd der TSH wenig. Mit 53:59 ging es in den Schlussdurchgang, wo die Longhorns nochmals alles gaben, bei 68:67 durch einen Korb von Ben Gahlert erstmals seit langem wieder in Führung gingen. Doch dann machte sich der Vorletzte wieder alle kaputt, was er sich mühsam erkämpft hatte: Ein eroberter Ball wurde von Mike Kaiser in die Hände des Gegners gepasst: 68:69. Nun hatte man noch einen Angriff und kam tatsächlich noch zu drei Wurfchancen, aber keiner fand den Weg durch die Reuse.

Trainer Aumeier: „Das scheint heuer unser Los zu sein, dass die entscheidenden Würfe in der Schlussphase nicht fallen wollen. Die Hauptursache für die Niederlage war aber der Umstand, dass wir nicht fit sind. In den Ferien haben wir kaum trainiert. Am Ende waren wir müde, und wer müde ist, macht Fehler.“

Zudem fehlte ihm mit dem zuletzt auffälligen Anthony Bauer ein reboundstarker Mann, sodass er letztlich fast nur mit sieben Mann rotieren musste, von denen Distanzwerfer Stefan Dinkel zudem einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Patrick Horstmann und Ben Gahlert fanden spät ins Spiel, Vedran Nakic und Daniel Krause begannen gut, fielen dann aber stark ab. Und bei Kapitän Mike Kaiser wechselten sich gelungene Aktionen mit einigen Aussetzern ab. Zu viele Schwachpunkte, um ein Topteam zu stürzen . . .

Longhorns: Horstmann 10, Dinkel 2, Krause 14/2 Dreier, Nakic 6/2, M. Kaiser 19/2, Gahlert 10, Übbing 4, Eismann 3/1 (V. Kaiser und Kwilu nicht eingesetzt).

HOLGER PETER, Nordbayerische Nachrichten

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