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Jetzt-erst-recht-Stimmung bei den Longhorns

Kein Kommentar 📁 Longhorns 🕔23.Juni 2016
Jetzt-erst-recht-Stimmung bei den Longhorns

TSH-Abteilungsleiter Olaf Kaddatz-Daßler kündigt trotz der Auflösungserscheinungen in Nürnberg ein Regionalligateam an – Nordbayerische Nachrichten, 03.06.2016 16:12 Uhr

„Nach dem ersten Schock hat sich bei mir eine Jetzt-erst-recht-Stimmung gebildet, und mein Bauch sagt mir, dass wir eine konkurrenzfähige Mannschaft haben werden“, berichtete OKD (so heißt der TSH-Basketballchef in Insiderkreisen) nach intensiven Gesprächen und Telefonaten in den vorausgegangenen 24 Stunden.

„Wir haben im vergangenen Jahr so eine gute Basis geschaffen, da wollten wir nicht alles wegwerfen, was wir aufgebaut haben“, gibt sich Kaddatz-Daßler kämpferisch. Sein erster und wichtigster Adressat war dabei der langjährige Leistungsträger Mike Kaiser, der sich prompt bereit erklärte, noch eine Saison dranzuhängen. „Schließlich haben wir gemeinsam schon so viele Höhen und Tiefen durchgemacht – daher war Mike einfach die wichtigste Personalie.“

Und auch sein sonstiges „Vortasten“ verlief durchaus erfolgreich für OKD: Von den TSH-Routiniers stehen Markus Person und Moritz Hüttel weiter zur Verfügung, bei Monty Rogers hängt es von seinem neuen Beruf ab, ob er wieder unter den Körben für die Longhorns abräumen kann.

Positiv auch die Rückmeldung der Spieler aus dem Nürnberger Talentschuppen: Akteure wie Matthew Meredith, Noah Kamdem, Pal Ghotra, Patrick Teka, Tim Handt oder Tobias Übbing gehen ja in Langwasser zur Schule und wollen dort ihr Abitur absolvieren. Auch Marcel Koulibaly könnte bei der TSH bleiben.

Deutlich unklarer ist die Situation bei Ausnahmespielern wie Haris Hujic oder auch Nelson Weidemann: Die dürften bei anderen ambitionierten Profiklubs äußerst gefragt sein; 1. Regionalliga kann für dieses Duo nur eine Durchgangsstation sein, wobei Weidemann mit seinen 16 Jahren noch nicht so weit ist wie Hujic.

Bei Center Willy Inkulu, der Entdeckung der Saison, ist es fraglich, ob er aus England wieder zurück kehrt, ohne die Perspektive auf einen Profivertrag. Ihn würde die TSH ebenso gerne halten wie Braslav Turic, der laut OKD in der Rückrunde „ein überragendes Spiel nach dem anderen“ absolviert hat. Doch der Flügelspieler ist derzeit in der kroatischen Heimat und war noch nicht zu erreichen.

„Klar ist, dass wir Abstriche machen müssen und nicht auf dem Niveau der Rückrunde weiterspielen können, als wir sogar Meister FC Bayern München II schlugen. Aber es wird auf ordentlichem Level weitergehen“, so Kaddatz-Daßler.

Ein „glücklicher“ Umstand für die Longhorns ist der fehlende Unterbau des Nürnberger BC als Trägerverein für das Profiteam rent4office. Die zweite Mannschaft spielt gerade einmal in der Bezirksoberliga (also drei Klassen unter der TSH), ist also eigentlich keine Option für einen ambitionierten Basketballer.

Und für Spitzenbasketballer unterhalb des Profitums existiere in Mittelfrankens Mitte ein regelrechtes Vakuum. Die drei Großstädte Nürnberg, Erlangen und Fürth haben wenig zu bieten, Regionalliga gibt es nur außerhalb: in Treuchtlingen, Ansbach und eben in Herzogenaurach.

OKD: „Für Akteure aus dem Städtedreieck wären wir die nächste Adresse. Wir überlegen auch, im Sommer offene Try-Outs für interessierte Spieler anzubieten.“ Und eine weitere Option sei es, etwas früher als geplant die eigenen Herzogenauracher Talente für die hinteren Kaderplätze zu berücksichtigen: „Wir haben vergangene Saison mit 15-, 16-Jährigen in der Liga bestanden – warum nicht heuer wieder?“

Die größte offene Frage ist aktuell der Trainerposten. Einen Proficoach wie Mario Dugandzic könne sich die TSH nicht leisten, so der Abteilungsleiter. Doch gerade einmal drei Tage nach dem „Platzen der Bombe“ in Nürnberg könne man ja nicht erwarten, dass für die Longhorns schon ein fertiges Konzept stehe.

Zudem muss man ja auch noch abwarten, wie es in Nürnberg weitergehe. Der bisherige Sportchef und Trainer Ralph Junge versucht, den Profi-Basketball noch zu retten. Falls das gelingt, müssen OKD und Co. eventuell noch einmal umdenken – aber das ist man (siehe oben) ja inzwischen gewohnt.

HOLGER PETER

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