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Longhorns geht die Luft aus

Kein Kommentar 📁 Longhorns 🕔09.Oktober 2017
Longhorns geht die Luft aus

HERZOGENAURACH – „Schlaue Spieler“ hatte Longhorns-Trainer Benedikt Aumeier vor dieser Saison in der 1. Regionalliga den Fans versprochen. Eine Halbzeit lösten die TSH-Basketballer dieses Versprechen auch ein, doch nach der 44:39-Halbzeitführung half alle Intelligenz nicht, die konditionelle und körperliche Unterlegenheit wettzumachen.

Youngster Ben Gahlert schlug sich wacker unter den Körben und versetzt hier Bernhard Benke (links) und Dominik Veney.

Youngster Ben Gahlert schlug sich wacker unter den Körben und versetzt hier Bernhard Benke (links) und Dominik Veney.© Foto: Roland Huber

 

Am Ende stand es 79:73 für die BG Leitershofen/Stadtbergen, die vor allem mit einem bärenstarken dritten Viertel den Hausherren den Zahn zog.

Aumeier wollte es nicht als Ausrede benutzen, aber die personelle Situation war schon heikel. Mit Ausnahme eines knapp dreiminütigen Auftritts von Anthony Bauer kamen nur sieben Akteure zum Einsatz. Und weil davon einige die Woche gekränkelt hatten und nur ein Training zustande kam, ging den Longhorns mit zunehmender Spieldauer die Luft aus.

Der Coach hätte zwar noch vier Mann auf der Bank gehabt, aber er räumte hinterher ein, dass er diesen unerfahrenen Spielern nicht zugetraut hatte, den Lauf der Schwaben zu stoppen: „Da ist ja eigentlich Erfahrung gefragt.“

Doch die Routiniers, die anfangs wunderbar den Ball laufen ließen, hatten nun immer mehr mit sich selbst zu kämpfen. Hatte man im ersten Durchgang selbst unter Bedrängnis noch den Blick für den besser positionierten Nebenmann, versuchten die heimischen Korbjäger ihr Glück nun immer öfter in fast schon verzweifelten Abwehraktionen.

Die waren immer weniger von Erfolg gekrönt; in der Viertelstunde nach dem Seitenwechsel gelangen ihnen ganze 16 Pünktchen, die BGL hatte immerhin deren 29 zu bieten. Nach einem starken Zwischenspurt, an dem vor allem Emanuel Richter mit acht seiner insgesamt 20 Punkte binnen eineinhalb Minuten maßgeblich beteiligt war, hechelten die Longhorns, die zuvor meist geführt hatten, fortan ständig einem Rückstand hinterher.

Das taten sie mit enormem Einsatz, denn sie zwangen die Gäste zu insgesamt 26 Ballverlusten – ein Horrorwert, der Trainer Ian Chadwick ein paar graue Haare beschert haben dürfte. So blieben die Gastgeber zwar immer vermeintlich aussichtsreich im Rennen, aber meist galt: Wie gewonnen, so zerronnen. Im Angriff schoss die TSH nun eine Fahrkarte nach der anderen. Und wenn man sich im ganzen Spiel nur sechs Offensivrebounds greift, kann das nicht ohne Folgen bleiben

Rebounds meist beim Gegner

Hier spricht die Statistik eine klare Sprache: Leitershofen schnappte sich 41 Abpraller, das heimische Team nur 26. Das war schon beim Aufwärmen zu befürchten gewesen, denn mit Bernhard Benke (13 Punkte), Nedim Hadzovic (12) und Milan Tesic (2) hatten die Augsburger drei Spieler in ihren Reihen, die das größte Longhorn bei weitem überragten.

Da käme Aumeier der 2,10 Meter große Daniel Köppel gerade recht, doch der junge Center aus Österreich hockt noch in der Warteschleife. Denn bei einem internationalen Transfer will der Weltverband Fiba kräftig mitverdienen. Und so dauert es noch mit den Formalitäten.

Weil auch die beiden Pro A-Spieler Moritz Sanders und Marvin Omuvwie derzeit beim großen Kooperationspartner Nürnberg Falcons benötigt werden, muss Aumeier auf Tempo und Intensität setzen. Mit schweren Beinen wie am Samstag ist das kaum umzusetzen, da fehlte vor allem die „Defensivwaffe“ Manuel Feuerpfeil, der nicht rechtzeitig zum Spiel gesund wurde.

Ihr Potenzial zeigte die Mannschaft trotzdem. Auch die Youngsters unter den Körben. Ben Gahlert hat mit seinen 17 Jahren einen riesigen Sprung nach vorne gemacht und hatte mit einer Wurfquote von 60 Prozent bei 14 Punkten intern auch knapp die Nase vorn vor dem zweiten jungen Center. Tobias Übbing war schon in der vorigen Saison wichtig, aber vor allem als Arbeitsbiene. Gegen Leitershofen traute er sich auch vorne einiges zu – ebenfalls mit einer guten Quote.

Die erfahrenen Akteure hingegen konnten nicht ganz an die starke Partie gegen Jena anknüpfen. Vor allem in der zweiten Halbzeit wollte bei den Distanzschützen einfach kein Dreier mehr fallen. Vedran Nakic und Stefan Dinkel schienen verunsichert, Daniel Krause und Mike Kaiser versuchten ihr Glück gegen Ende zu oft zu erzwingen.

Patrick Horstmann unter dem Korb ackerte zwar hart, rannte aber meist vergeblich gegen die längeren Leitershofener an. Letztlich also eine fast logische Niederlage.

Longhorns: Bauer, Gahlert 14/1 Dreier, Krause 9/2, Nakic 10/3, Kaiser 13/1, Dinkel 7/1, Horstmann 12, Übbing 8 (V. Kaiser, Veljkovic, Kwilu und Eismann nicht eingesetzt).

HOLGER PETER, Nordbayerische Nachrichten

 

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