Blog

Longhorns verlieren verrücktes Derby in letzter Sekunde

Kein Kommentar 📁 Longhorns 🕔07.November 2017
Longhorns verlieren verrücktes Derby in letzter Sekunde
Zuguterletzt doch an der Ansbacher Wucht zerschellt: Hier prallt der talentierte Herzogenauracher Anthony Bauer (2. von rechts) auf den bulligen Ansbacher Center Kornelije Jezildzic.

Zuguterletzt doch an der Ansbacher Wucht zerschellt: Hier prallt der talentierte Herzogenauracher Anthony Bauer (2. von rechts) auf den bulligen Ansbacher Center Kornelije Jezildzic.© Foto: Horst Linke

 

Das Schwabing-Spiel war auch eine Woche danach noch Thema Nummer eins beim Fachsimpeln auf der Tribüne. Der Ansbacher Ex-Coach Dean Jenko war fassungslos: „Wie kann das gehen? Das habe ich in meinem langen Basketballerleben noch nie erlebt!“ Sein Banknachbar Angelos Plantzas, lange Trainer der Longhorns, konnte ihn aufklären, denn er war live dabei: „Das war ein Tag, an dem gar nichts ging. Schwabing traf super, die TSH hat entweder den Ball gleich verloren und selbst die einfachsten Würfe nicht getroffen.“

Auch sein Nachfolger Benedikt Aumeier fand keine richtige Erklärung – aber offenbar im Training die richtigen Worte. Denn noch nie hat man eine derart entfesselte Longhorns-Herde bewundern dürfen wie am Samstag. Aus allen Lagen trafen die Herzogenauracher, die Piranhas spielten offensiv mit 20 Punkten nicht einmal so schlecht, aber die Defensive bekam die aufgedrehten Herzogenauracher überhaupt nicht in den Griff, egal was Ansbachs Trainer Martin Ides auch probierte.

Und er probierte vieles, wechselte schon früh nahezu komplett durch. Aber acht Dreier fing man sich ein, darunter durchaus einige, die man normalerweise als Kellerkind nach einer Demontage wie in Schwabing nicht wagt. Beim Stand von 40:20 bekamen die Gäste zwei Minuten zum Durchschnaufen, was ihnen sichtlich gut tat, den Longhorns hingegen nicht.

Denn es ging nicht mehr so weiter mit der fast hundertprozentigen Ausbeute. Ides: „Wir haben am Anfang ja fast gar nicht verteidigt, das wurde ab dem zweiten Viertel besser.“ Aumeier pflichtet ihm bei: „Ansbach hat nun mehr Druck und die Zone dicht gemacht. Und wir haben nicht mehr getroffen.“

Das war das Manko: Unter den Körben gab die TSH nur im ersten Quartal den Ton an, weil Ben Gahlert überragte und Tobias Übbing ebenfalls ein ganz starkes Spiel machte. Letzterer hielt auf dem Niveau durch, der 17-jährige Gahlert hingegen verzettelte sich nun in Einzelaktionen und kam nach acht Punkten zum Auftakt zu keinen weiteren Zählern mehr.

Auf der Gegenseite hingegen entscheiden die langen Männer die Partie für die Piranhas. Während Nicholas Freer trotz seiner 16 Punkte noch nicht ganz wieder der „Alte“ ist, trumpfte Neuzugang Walter Simon (29) groß auf. Schon im zweiten Viertel sorgte er mit elf Punkten dafür, dass der einst so stolze Vorsprung bis zur Halbzeit (49:40) auf neun Punkte schrumpfte. Eklatant die Leistungsschwankung der neuformierten Herzogenauracher, die nach perfekten zehn Minuten nun immer wieder die falschen Entscheidungen trafen.

Ansbach gab auch nach dem Seitenwechsel weiter Gas, doch die auf fast jeder Position kleineren Longhorns hielten wacker dagegen. Trainer Aumeier: „Ich kann niemand einem Vorwurf machen, wir haben alles gegeben.“ 61:54 hieß es vor dem letzten Durchgang, doch der lautstarke Anhang der Piranhas spürte: Der Gegner, der am Ende nur noch sechs Spieler einsetzte, war verwundbar und möglicherweise müde.

Simon – wer sonst – brachte die Gäste mit 63:61 in der 33. Minute erstmals in Führung; es sprach alles für die Piranhas, die sich kurzzeitig auf fünf Punkte absetzten. Aber auch eine Aufholjagd macht müde. Anfängerhafte Fehlpässe brachten die nimmermüden Longhorns zurück ins Spiel.

Die hatten beim Stand von 71:73 noch einen kompletten Angriff, doch Daniel Krause traf zwar einen Dreier zur Führung – aber Ansbach hatte noch 12,6 Sekunden Zeit und nahm eine Auszeit. Was nun folgte, hatte Trainer Ides sicherlich nicht angeordnet: Der ganz schwache Paul Nzeocha verdaddelte den Ball gegen Mike Kaiser, der ihn im Spiel halten wollte und vor dem Aus rettete. Erneut war Nzeocha am Zug, beging eigentlich einen Schrittfehler, die Kugel flipperte irgendwie zu Walter Simon, der sie mit der Schlusssirene vor der Freiwurflinie versenkte.

Die Ansbacher kannten kein Halten mehr (Ides: „Ich bin sehr stolz auf meine Jungs“), während die Herzogenauracher restlos bedient waren. Aber Aumeier ist sich sicher: „Irgendwann werden wir für diese mutigen Auftritte auch wieder belohnt.“

Longhorns: Schlindwein, Gahlert 8, Krause 17/5 Dreier, Nakic 6/1, M. Kaiser 13/2, Dinkel 13/4, Bauer 6, Übbing 11/1, Velkovic, Kwilu, Eismann, (V. Kaiser nicht eingesetzt).

Piranhas: Roll 5/1, Freer 16/1, Kurpiela 5/1, Petrovic 7, Engel 2, Patton, Person 4, Simon 29, Jezildzic 2, Nzeocha 2, Donhauser 3/1.

HOLGER PETER

Diesen Artikel mit Freunden teilen

Ähnliche Artikel

Longhorns wieder „am Leben“

Longhorns wieder „am Leben“ (0)

"Was für ein Spiel, was für eine Emotion, was für eine Mannschaft." Mit diesem oder einem ähnlichen Gedanken gingen am

Mehr lesen

Kein Kommentar

Sorry! Noch keine Kommentare vorhanden.

Es gibt noch keine Kommender zu diesem Artikel. Also kannst Du der Erste sein!

Kommentar schreibenKommentar schreiben

Deine Emailadresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind gekennzeichnet. *