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Longhorns: Wunschergebnis aus der Wundertüte

Kein Kommentar 📁 Longhorns 🕔06.Februar 2017
Longhorns: Wunschergebnis aus der Wundertüte
Gelungener Griff nach dem Ball und dem Strohhalm: Tanor Ngom und seine Longhorns hielten Leitershofen deutlich auf Distanz.

Gelungener Griff nach dem Ball und dem Strohhalm: Tanor Ngom und seine Longhorns hielten Leitershofen deutlich auf Distanz.© Foto: Ralf Rödel


Insgesamt war es eine souveräne Vorstellung der TSH-Korbjäger, die in ihren neuen grauen Trikots keineswegs farblos wirkten. Der einzige Vorwurf, den man der Mannschaft machen konnte: Eigentlich fiel der Sieg zu niedrig aus. Normalerweise ist die Höhe eines Erfolgs ja sekundär, doch nach der 64:78-Niederlage und angesichts des Umstands, dass die Augsburger Vorstädter immer noch einen Sieg voraus sind, war der direkte Vergleich schon ein wichtiges Kriterium.

Schon schnell deutete sich an, dass die Longhorns individuell deutlich stärker besetzt waren als die BG, die mehrere Jahre in der Pro A und Pro B (bis 2014) verbracht hat, aber heuer die Abgänge einiger Topakteure (Harris, Veney und Knopke) einfach nicht kompensieren konnte.

Toller Start

In den ersten Minuten kombinierten sich die Gastgeber mit ihren fünf erfahrensten Spielern (Mike Kaiser, Kevin Wysoscki, Vedran Nakic sowie den Nürnberger Pro-A-Akteuren Valentin Robert Zinn und Moritz Sanders) spielerisch von Korb zu Korb. Früh hieß es 7:2, doch dann zeigten sich erste Schwächen. Offenbar, weil es vorne so leicht ging, hielten sich einige Akteure mit dem defensiven Einsatz zurück. Und im Angriff, der vorher dank des guten Teamplays lief wie ein gut geölter Motor, versuchten es nun immer wieder Spieler mit unnötigen Einzelaktionen.

Zwei weitere Mankos, die bis zur Schlusssirene nicht ganz behoben wurden, waren die Wurfquoten von der Dreier- und der Freiwurflinie. Nur sieben von 25 Dreierversuchen (sonst eine Spezialität der TSH) fielen durch den Korb, von der Freiwurflinie wurde erst in den Schlussminuten die 50-Prozent-Marke noch überschritten – da gibt es Kreisligisten, die das besser können.

Aber letztlich überwogen bei weitem die positiven Aspekte, fand auch Trainer Benedikt Aumeier: „Man hat heute gesehen, zu was wir in der Lage sind, wenn wir einmal in Bestbesetzung auf dem Feld stehen. Wir haben gekämpft und uns nicht von kleineren Schwächephasen beeindrucken und zurückwerfen lassen.“

Der drittletzte Platz sei jetzt wieder in Reichweite – und mit der Formation vom Samstag wäre auch noch etwas mehr drin. Doch eine Garantie auf Verstärkungen vom Nürnberger Kooperationspartner Falcons gibt es nicht, denn die kämpfen ebenfalls noch gegen den Abstieg. Als Zwölfter von 16 Teams sieht es in der Pro A zwar so schlecht nicht aus, aber Entwarnung kann Trainer Ralph Junge noch lange nicht geben.

So bleibt für Aumeier die Aufstellung seiner Longhorns oft bis kurz vor dem Wochenende eine „Wundertüte“. An diesem Wochenende waren die Nürnberger spielfrei, so dass Zinn, Sanders, Pal Ghotra und Nils Haßfurther allesamt an Bord waren. Bis auf Ghotra, der recht fahrig wirkte, war das restliche Trio maßgeblich am Erfolg beteiligt.

Zinn ist ein feiner Basketballer, der mit seinem Tempo und seiner Leichtfüßigkeit und guten Technik eigentlich zu gut ist für diese Liga. Wenn da nicht etwas zu viele einfache Ballverluste für einen Spieler seiner Klasse gewesen wären. Sanders ließ sich von den robusten Gästecentern anfangs noch den Schneid abkaufen, steigerte sich aber und schnappte sich zehn der insgesamt 42 Herzogenauracher Rebounds, womit auch dieses Duell gewonnen ging, denn Leitershofen holte nur 32 Rebounds.

Zu guter Letzt bekam der erst 16-jährige Haßfurther diesmal nur knapp 15 Minuten Einsatzzeit, aber in dieser Viertelstunde avancierte er mit 16 Punkten zum zweitbesten TSH-Werfer. Über 19:17 nach dem ersten Viertel hieß es 40:30 zur Halbzeit und 57:44 nach dem dritten Durchgang. Da deutete sich an, dass ein Sieg mit mindestens 15 Punkten machbar sein könnte. Mit drei Dreiern und einem Zweier brachte der unbekümmerte Youngster sein Team vorentscheidend in Front. Aumeier: „In der vergangenen Woche in Breitengüßbach hatte er sehr unglücklich geworfen. Ich habe ihm gesagt, dass er weiter werfen soll – und diesmal hat es geklappt.“

Zwar kämpfte sich Leitershofen immer wieder heran, aber die Kräfte der Mannen um Nedim Hadzovic (13), Joshua Hart (11) und Nicolas Breuer (10) schwanden nun merklich, die TSH hatte ihr Wunschergebnis.

Longhorns: Feuerpfeil, Zinn 18/1 Dreier, Wasocki 13, Nakic 6/2, Kaiser 8, Haßfurther 16/4, Ghotra, Meredith 4, Sanders 9, Ngom 4, Übbing 3, Gahlert nicht eingesetzt.

HOLGER PETER

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