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Shorthorns siegen – allen Umständen zum Trotz

Kein Kommentar 📁 Alle Shorthorns Teams, Shorthorns 🕔09.März 2015
Shorthorns siegen – allen Umständen zum Trotz

Die Trainer ballen die Fäuste und beißen auf die Zähne. Die Spielerinnen jubeln, die Gegnerinnen lassen die Köpfe hängen. Soeben hatten die Shorthorns einen knappen und etwas glücklichen 68:63-Erfolg bei den Damen vom USV VIMODROM Jena eingefahren. Kein Grund zur überschwänglichen Freude sollte man ob der Tabellensituation meinen, spielten doch die viertplatzierten Shorthorns gegen den Tabellenletzten, der erst einen Saisonsieg auf dem Konto hatte und im Hinspiel mit 78:43 deklassiert wurde. Sieht man sich den Spielverlauf und die Herzogenauracher Personalsituation an, erklärt sich der Jubel.

JENA – Stark dezimiert reisten die TSH-Damen am vergangenen Sonntag nach Thüringen das Team vom Jenaer Universitätssportverein aufzunehmen. Die Trainer Christian Braun und Felix Hofmann mussten dabei auf wichtige Stützen, wie die etatmäßige Centerin Regine Brox oder die stets quirlige und wieselflinke Raluca Chioran verzichten. Und auch die Routiniers im Team, Janina Leipner, Koni Klisanic und Kerstin Wägner mussten passen. Da Kapitän Theresa Heinz sich zwar mit auf die Reise machte, aber noch an einer Sprunggelenksverletzung laborierte, war schon auf dem Weg klar: „Die Reservisten müssen ran!“ Einige strategische Änderungen mussten erfolgen.

So war ein etwas holpriger Start durchaus zu erwarten, dass es, nach einem schön herausgespielten Dreier von der stets disziplinierten Anna Friedmann (7), dennoch zu einer knappe 14:7-Führung nach vier Minuten, reicht, war ein positives Zeichen. Der Vorsprung hielt bis zur ersten Viertelpause (19:15), dann schienen die Shorthorns etwas Spielfluss gefunden zu haben und ein kleiner Zwischenspurt bedeutete die 26:16-Führung (13.). Laurine Carret und Annika Redeker (2) sorgten defensiv, Yeliz Ertugrul (4) offensiv für Entlastung, dass der Vorsprung bis in die Schlussminute der ersten Halbzeit hielt ehe Trainer Braun laut schimpfte, dass zwei Unkonzentriertheiten den Gastgeberinnen erlaubten per Freiwurf und Buzzer Beater zu verkürzen (40:33).
Die Kabinenansprache saß und der Start in die zweite Hälfte war schwungvoll. Theresa Heinz (2) brachte, trotz Fußverletzung, viel Energie und Stabilität in der Defensive und die überragende Jana Ulbig (27 Punkte / 1 Dreier) nahm das Heft in die Hand und erzielte sechs Punkte in Folge zum 46:33 (22.) ehe sich in der Folge wieder wieder eine 10-Punkte-Führung einpendelt, welche Jena – wieder in der Schlussminute des Spielabschnitts – auf acht reduzierte. Mit 56:48 ging es also ins letzte Viertel in dem die Herzogenauracher Kräfte merklich schwanden. Die dünne Personaldecke forderte ihren Tribut und wenngleich sich Laura Fürsich (5) unter den Körben wehrte und wichtige Rebounds einsammelte, arbeiteten sich die Thüringerinnen bis zur Mitte des Spielabschnitts langsam wieder auf drei Punkte (57:54) heran. Erneut Jana Ulbig antwortete mit einem Dreier ehe Jena zwei Minuten vor dem Ende per 6:0-Lauf zum Ausgleich (60:60) kam. Die sonst sehr umsichtige Kathrin Sperber (15/2) übernahm nun die Verantwortung und konterte mit einem Wurf von der Freiwurflinie und holte die Führung zurück. Nun folgte Kampf bis in die Schlussminute: die Defense auf beiden Seiten packt wild entschlossen zu und es gibt keine Punkte ehe wiederum Jana Ulbig mit Entschlossenheit und etwas Glück im Luftkampf gegen Dodoo erfolgreich ist und so die umkämpfte Schlussminute einleitet. Jena nutzt eine Auszeit, die Shorthorns reagieren unkonzentriert und Jena kommt leicht zu Punkten von der Freiwurflinie. Im Folgeangriff fällt endlich ein Distanzwurf. Etwas aus der Not geboren nimmt sich Laura Angerstein (6/1) ein Herz und trifft. 67:61. Die Vorentscheidung, wenn gleich Jena nochmals alles versucht und mit einer neuerlichen Auszeit reagiert. Wieder sind die Shorthorns unkonzentriert. Wieder verwandelt Jena die Freiwürfe. Nun nutzt Braun seine Auszeit und ein taktischer Kniff schickt die beste Freiwerferin Kathrin Sperber an die Freiwurflinie, die rund 8 Sekunden vor dem Ende mit einem Treffer alles klar macht. Der letzter Angriff Jenas bringt keine Ergebniskorrektur mehr. Der Rest ist Jubel.

Trainer Braun war nach dem Spiel höchst erfreut über den Erfolg, verlor aber den kritischen Blick auf einige Situationen nicht: „Wir haben heute Kampfgeist und Wille gezeigt. Jede Spielerin hat ihren Teil beigetragen. Es ist gut, dass wir inzwischen so stabil sind und nach Ausgleich nicht eingebrochen sind.
Dennoch haben wir es uns schwerer gemacht als nötig und phasenweise zu viele loose Ball-Situationen verloren, Rebounds und zweite Wurfchancen hergegeben und offensiv oft zu hektisch schlechte Entscheidungen getroffen. Wir müssen das abstellen. Jetzt ist aber erst einmal Zeit zur Freude.“

Punkteverteilung:
Angerstein 6 (1 Dreier), Carret, Ertugrul 4, Friedmann 7 (1), Fürsich 5, Heinz 2, Sperber 15 (2), Ulbig 27 (1).

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